Mit präsidialer Erfahrung und Rederoutine ins neue Ehrenamt

13.07.2016 - 06:00 Uhr

Böhlen (Ilm-Kreis). Bürgermeister Bernd Staude will in Böhlen mit den Vereinen das 575. Ortsjubiläum vorbereiten.

Bernd Staude wurde nach seinen Vorgängern Magdalene Goelitz, Andreas Beyersdorf und Reinhard Krannich als vierter Neuzeit-Bürgermeister in Böhlen demokratisch gewählt. Foto: Karl-Heinz Veit

Der neue Böhlener Bürgermeister, Bernd Staude (CDU), strahlt Gelassenheit aus. Fest sitzt er auf dem von Bürgermeister Reinhard Krannich, der nicht wieder zur Wahl antrat, geräumten Stuhl. Ihm kann in dieser ersten Gemeinderatssitzung, die er leitet und wo er seinen Amtseid leistet, nichts Unvorhergesehenes passieren. Außerdem befindet sich der Verwaltungsgemeinschaftsvorsitzende Andreas Beyersdorf mit am Ratstisch. Der weiß Bescheid, wie Gemeinderatssitzungen mit Beschlussfassungen abzulaufen haben. Doch Bernd Staude ist Manns genug, an diesem Abend die Versammlung mit ruhiger Hand zu führen. Dass die Redebeiträge, seine eigenen eingeschlossen, etwas ausufern, macht das Umschalten auf den neuen Ortschef leichter. Der "alte" Bürgermeister Krannich hörte auch gern anderen und sich selbst zu, ohne auf die straffe Versammlungsführung zu achten. Bernd Staude besitzt präsidiale Erfahrungen und Rederoutine. Beides erwarb er und sammelte er im Böhlener Karnevalsverein, dessen Vereinsvorsitzender und Präsident er etliche Zeit war. Einen närrischen Verein zu leiten, Büttenreden zu schreiben, ist eine zweifellos ernste, wie auch verantwortungsvolle Arbeit. "Der Bernd ist ein feiner Kerl. Er kann gut mit Leuten, die ihm wohlmeinend begegnen", sagen zwei alte Karnevalisten auf Nachfrage. Aber einen Schwachpunkt habe er, der ihm beim Ausüben des Bürgermeisteramtes nicht von Vorteil sein könnte. Vielleicht habe er mit der Amtsübernahme sein Wesen in diesem einen Punkt auch schon geändert, mutmaßte der andere Karnevalist. In der Gemeinderatssitzung ließ Bernd Staude hören, was er sich als Bürgermeister für die nächste, überschaubare Zeit gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Böhlener Bürgerschaft vornimmt. Es steht das 575. Ortsjubiläum ins Haus. Das soll gemeinsam mit den Vereinen vorbereitet und dann gefeiert werden. Nicht ganz so groß wie vor 25 Jahren, aber so, dass es in guter Erinnerung bleibt. Bis dahin muss die Bushaltestelle so saniert sein, dass sie einen einladenden Anblick bietet. Auf dem Friedhof wird die Trauerhalle noch in diesem Jahr verputzt. Dann zeigt sich das Ensemble mit dem neu gestalteten anonymen Gräberfeld würdig. Der Klärgrubendeckel an der Mehrzweckhalle fällt gegenwärtig als Schandfleck ins Auge. Hier will Bürgermeister Staude Abhilfe schaffen. Im Gemeinderat soll es eine neue Aufgabenverteilung geben. Er könne und wolle als Bürgermeister nicht alles allein machen, sondern sich auf seine, mit Freude verantwortungsvoll arbeitenden Gemeinderäte verlassen. Die Beleuchtung am Sportplatz, der Wegebau am Grenzadler und die Erneuerung der Dachentwässerung am Bürgerhaus (ehemalige Schule) stehen an. Das Feuerwehrgerätehaus bekommt eine neue Treppe und der Flurbereich wird malermäßig erneuert. Viel hat sich der neue Bürgermeister vorgenommen. Die Vorhaben: 275- jähriges Ortsjubiläum vorbereiten und feiern Sanierung der Bushaltestelle Klärgrubendeckel an der Mehrzweckhalle ansichtig machen Neue Aufgabenverteilung im Gemeinderat Beleuchtung am Sportplatz installieren Trauerhalle verputzen Dachentwässerung am Bürgerhaus in Ordnung bringen Wegebau am Grenzadler Treppe und Malerarbeiten für Feuerwehrgerätehaus

Karl-Heinz Veit / 13.07.16 / TA Z0R0094564677

 

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