Beim Wasserfasching müssen Gäste wegen Überfüllung abgewiesen werden. Baden geht im Saal indes keiner der Akteure

Stimmungsvolles Ensemble: Zum Mitsingen animierte die Seeräuberband.

Foto: Karl-Heinz Veit

Böhlen. Mit der Rosenmontagsveranstaltung gelang den Böhlener Karnevalisten auch diesmal der ganz große Wurf. Dass in den Sälen ringsum nichts Närrisches mehr stattfand, war ein Grund für den großen Zuspruch des Publikums. Wegen Überfüllung mussten etliche Interessierte abgewiesen werden, was der Verein aber nur sehr ungern tat.

Rappelvoll war die Narrhalla, die sich in vorbildlicher Dekoration zum "Wasserfasching" zeigte. "Beim BCV wird’s immer nasser – Fasching auf und unter Wasser" lautete das Motto. Dieses wurde in zahlreichen Bildern, Sketchen, Tänzen, Gesängen und Wortbeiträgen ebenso närrisch wie kreativ umgesetzt.

Das Prinzenpaar "Michel & Michelle" – er aus der Böhlener "Revue", sie aus Ilmenau – hatten mit der Begrüßung des närrischen Volkes ihre majestätische Pflicht erfüllt und thronten auf dem Bühnennarrenschiff. Die etwas anstrengendere, aber lustbetonte Moderatorenarbeit blieb dem Vereinspräsidenten Marco und seiner Partnerin Susanne überlassen. Beide hielten sich ebenso wacker unter wie über Wasser, die eigentliche, am Schnürchen laufende Show gestalteten die zahlreichen Akteure tanzend, singend, redend und schauspielernd.

Am Samstagbüttenabend bat Bürgermeister Bernd Staude – etliche Jahre wirkte er als BCV Präsident – um Spendengelder. Wegen abzusehender "Einwanderungswelle" von Großbreitenbachern im Rahmen der Gebietsreform will er im Böhlener Tal eine Mauer gegen Fremdenüberflutung bauen. Davon distanzierte sich Staude am Rosenmontag im Gegensatz zum amerikanischen Präsidenten. Er begrüßte die Gastvereine aus der Nachbarschaft mit großer Herzlichkeit. "Wir zeigen uns doch schon jetzt und hier als einträchtige Landgemeinde!", stellte er hoffnungsvoll fest. Vom "Trumpelpfad" des Mauerbauens abgerückt, feierte er mit den Politgästen von Bund und Land bis zum Abwinken.

Konkurrenz unter den Akteuren gab es an diesem bunten närrischen Abend keine. Jede Programmnummer hatte ihre Berechtigung und war ein Mosaikstein fürs stimmige Gesamtbild der närrischen 42. Böhlener Saison. Zugaben von Tanz- und Ballettgruppen kamen mehrere. Die Gäste der "In Takt" Dance-Compagnie aus Ilmenau wurden verdient mit Beifall überschüttet. Diesen bekamen auch die Geehrten Edeltraud, Henning und Kay für ihre 40- und 20- jährige Vereinsmitgliedschaft. Die Herren vom Männerballett wollten an diesem Abend die seit Jahren gehegte Hoffnung, endlich einmal bildhaft aus der Zeitung zu schauen, nicht aufgeben.

Karl-Heinz Veit / 02.03.17

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